[Pressemitteilung] Petition gestartet: Rohstoffwende jetzt – für globale Gerechtigkeit und eine nachhaltige Zukunft

Petition: Dachverband DEAB fordert die neue Landesregierung auf, eine sozial-ökologische Rohstoffwende einzuleiten

 

Stuttgart (27. Februar 2026). Baden-Württemberg gehört zu den rohstoffintensivsten Wirtschaftsregionen Europas. Der hohe Rohstoffverbrauch in Baden-Württemberg hat massive Auswirkungen auf Menschen und Umwelt weltweit. Dokumentiert sind u.a. verschmutztes Trinkwasser, Kinderarbeit, Gewalt und die Missachtung der Rechte indigener Gemeinschaften. Das muss nicht sein! In seiner Petition „Rohstoffwende jetzt – für globale Gerechtigkeit und eine nachhaltige Zukunft“ wendet sich der Dachverband Entwicklungspolitik Baden-Württemberg (DEAB) an die neue Landesregierung.

Hintergrund sind die Ergebnisse der aktuellen wissenschaftlichen Studie „Rohstoffbedarf Baden-Württemberg: Analyse, Risikobewertung und Zukunftskonzepte“. Diese beschreibt die Folgen des Rohstoffabbaus und gibt Empfehlungen an die Politik. Basierend auf den Studien-Ergebnissen fordert der DEAB gemeinsam mit dem Netzwerk Rohstoffgerechtigkeit BW die neue Landesregierung auf, in einem partizipativen Prozess eine Rohstoffwende einzuleiten, welche die globale Gerechtigkeit in ihren Mittelpunkt stellt.

Die Forderungen des DEAB, des ältesten entwicklungspolitischen Dachverbands in Deutschland, an die neue Landesregierung:

  1. Rohstoffverbrauch senken:
    Nötig ist eine Strategie, die den Rohstoffverbrauch mittels verbindlicher Ziele reduziert. Anreize und Infrastruktur für Reparaturen und Kreislaufwirtschaft müssen massiv ausgebaut werden.
  2. Nachhaltige öffentliche Beschaffung gesetzlich verankern:
    Land und Kommunen sollen verpflichtet werden, nur noch Produkte zu kaufen, die nachweislich ohne Kinderarbeit, Zwangsarbeit und Umweltschäden produziert wurden – entlang der gesamten Lieferkette einschließlich des Rohstoffabbaus.
  3. Betroffene und indigene Gemeinschaften in Abbaugebieten einbeziehen und schützen:
    Menschen, die direkt vom Rohstoffabbau betroffen sind, müssen gehört und geschützt werden. Baden-Württemberg muss zivilgesellschaftliche Organisationen und indigene Gemeinschaften in Abbaugebieten unterstützen, um deren Rechte zu stärken und ihre Mitsprache verbindlich sicherzustellen.

Als reiches Bundesland tragen wir in Baden-Württemberg in besonderem Maß sowohl ökologische als auch soziale globale Verantwortung. Eine Rohstoffwende bedeutet nicht Verzicht um jeden Preis – sondern einen fairen, verantwortungsvollen und zukunftsfähigen Umgang mit Ressourcen. Der DEAB möchte deshalb um breite Unterstützung werben und viele Menschen dafür gewinnen, die Petition zu unterschreiben und deren Anliegen zu verbreiten.


Ansprechpartner*innen:

·     Dr. Gunne Dolgor Guntsetseg, Co-Geschäftsführerin des DEAB, Netzwerkkoordinatorin des Eine Welt-Promotor*innen Programms in Baden-Württemberg (guntsetseg@deab.de), Tel. 0711 6648 7360

·    Felix Roll, Eine Welt-Fachpromotor für faires und nachhaltiges Wirtschaften, Werkstatt Ökonomie (felix.roll@woek.de)

 

Hier geht’s zur Petition:
https://weact.campact.de/petitions/rohstoffwende-jetzt-fur-globale-gerechtigkeit-und-eine-nachhaltige-zukunft

 

Die Studie: Die Studie„Rohstoffbedarf Baden-Württemberg: Analyse, Risikobewertung und Zukunftskonzepte“ gibt einen Überblick über den Rohstoffverbrauch und -bedarf in Baden-Württemberg. Darauf aufbauend informiert sie über die Menschenrechtsverstöße und Umweltzerstörungen, die der Abbau und die Verarbeitung dieser Rohstoffe mit sich bringt. Mit diesen wissenschaftlichen Ergebnissen dient die Studie als Grundlage, um Politik, Unternehmen und die breite Bevölkerung auf die Notwendigkeit einer Rohstoffwende aufmerksam zu machen und Handlungsmöglichkeiten aufzuzeigen. Die Studie wurde gemeinschaftlich vom Dachverband Entwicklungspolitik Baden-Württemberg e.V. (DEAB), dem ifeu-Institut Heidelberg und der Werkstatt Ökonomie durchgeführt und vom Umweltministerium Baden-Württemberg finanziert. Information: https://www.deab.de/themen/wirtschaft-menschenrechte/der-arbeitsbereich/

 

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