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Stuttgart, 14. April 2026 | Mehr als 280 Menschen kamen am 11. April 2026 zur Entwicklungspolitischen Landeskonferenz auf der Messe Fair Handeln in Stuttgart zusammen. Nicht nur, um sich auszutauschen, sondern um politische Forderungen zu erarbeiten. Unter der Überschrift „Für eine weltoffene Gesellschaft" tauschten sich Engagierte aus Vereinen, Initiativen und Diaspora-Netzwerken, migrantische Organisationen sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Bundes-, Landes- und Kommunalpolitik aus.
Wie lassen sich Migrationspolitik und Entwicklungspolitik verknüpfen? Wie wird strukturelle Teilhabe Realität? Und welche Verantwortung trägt Baden-Württemberg für globale Gerechtigkeit? Die Antworten auf diese Fragen sollen einfließen in Empfehlungen an die Landespolitik.
Dr. Dolgor Guntsetseg, Netzwerkkoordinatorin des beim DEAB angesiedelten Eine Welt-Promotor*innen Programms in Baden-Württemberg unterstrich: „Flucht ist kein Naturereignis. Ausgrenzung ist keine Notwendigkeit. Und Teilhabe ist kein Geschenk. Wer Migration, Teilhabe und globale Gerechtigkeit weiterhin getrennt denkt, gibt aktiv die falschen Antworten. Diese Konferenz hat gezeigt: Die richtigen Fragen sind längst gestellt, die Expertise ist da, die Netzwerke sind da. Was jetzt fehlt, ist der politische Wille, daraus Struktur zu machen.“
Philipp Keil, Geschäftsführender Vorstand der Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit Baden-Württemberg, betonte: „Die große Nachfrage zu den Themen der Entwicklungspolitischen Landeskonferenz zeigt eindrucksvoll: Die größte Stärke Baden-Württembergs sind die Menschen, die sich hier lebendig und engagiert für eine weltoffene Gesellschaft einsetzen – ihr Wissen, ihre Perspektiven und ihr Einsatz machen Globale Verantwortung hier vor Ort konkret erlebbar. Nun brauchen wir den politischen Willen und Strukturen, um sie auf allen Ebenen des Landes umzusetzen.“
Dialog, Perspektivenvielfalt und die Einbindung von Bund, Land und Kommunen
Das Programm der Landeskonferenz war bewusst dialogorientiert aufgebaut und verband politische Impulse mit praxisnahen Themenräumen, die von Aktiven des Interkulturellen Promotor*innen Programms, des Forums der Kulturen Stuttgart e. V., des Kompetenzzentrums Migration, Entwicklung, Partizipation, des Migrantischen Entwicklungspolitischen Netzwerks sowie des Fokushubs „Flucht und Migration, migrantisch-diasporische Perspektiven“ des bundesweiten Eine Welt-Promotor*innen Programms vorbereitet worden waren. Zum Auftakt wurden in Themenräumen zentrale Fragen einer offenen und solidarischen Gesellschaft diskutiert – insbesondere, wie Weltoffenheit gestärkt und strukturelle Teilhabe verbessert werden kann. Im Fokus standen dabei auch die Verknüpfung von Migrationspolitik und Entwicklungspolitik sowie globaler Verantwortung auf Landesebene.
Um die Weltoffenheit Baden-Württembergs und konkrete Impulse zu ihrer Umsetzung von Bund über Land bis hin zur Kommune und zu den Engagierten zu diskutieren, war die politische Präsenz aller Ebenen ins Programm eingebunden:
Für Staatssekretär Rudi Hoogvliet, für die Entwicklungspolitik in Baden-Württemberg zuständig, ist klar, dass es eine Gemeinschaftsausgabe ist: „Migration, Teilhabe und globale Gerechtigkeit müssen Hand in Hand gehen – nur wenn wir diese Herausforderungen gemeinsam denken und angehen, können wir eine weltoffene und gerechte Gesellschaft gestalten. Dafür brauchen wir alle. Politik, Verwaltung, Gesellschaft und vor allem die zivilgesellschaftlichen Akteure als Brückenbauer!"
Interaktive Dialogformate ermöglichten den direkten Austausch zwischen Zivilgesellschaft sowie Vertreterinnen und Vertretern aus Politik und Verwaltung. Ziel war es, konkrete Empfehlungen für die Weiterentwicklung der entwicklungspolitischen Leitlinien des Landes zu erarbeiten. Beim Polit – ReAct – Talk nahmen Dr. Nils Schmid MdB (SPD), Nese Erikli MdL (Grüne), Dr. Albrecht Schütte MdL (CDU), Catherine Kern MdL (Grüne) und der Bürgermeister von Heubach, Dr. Joy Alemazung (CDU), Stellung zu den Positionen, die im Laufe des Tages auf der Konferenz erarbeitet worden waren.
In mehreren Themenräumen arbeiteten die Teilnehmenden vertieft an zentralen Herausforderungen. Dabei ging es vor allem um:
- die stärkere Einbindung migrantisch-diasporischer Perspektiven in entwicklungspolitische Prozesse,
- Ansätze für mehr gesellschaftliche Teilhabe und gerechtere Strukturen,
- die Thematisierung globaler Machtverhältnisse im digitalen Raum, etwa bei der Nutzung von KI,
- die Übernahme von Verantwortung für Fluchtursachen und die Entwicklung nachhaltiger Lösungsansätze
- sowie die Frage, wie globale Gerechtigkeit konkret auf Landesebene umgesetzt werden kann.
Eine ausführliche Dokumentation der Konferenz sowie ihrer Ergebnisse wird am 11. Mai 2026 hier veröffentlicht: www.sez.de/entwicklungspolitische-landeskonferenz.
Das letzte Wort des Tages hatte der nigerianisch-südafrikanische Künstler und Pädagoge Golden Uchechi Ejeh, der als Zuhörer und Geschichtenerzähler der Konferenz seine Eindrücke und Begegnungen des Tages in poetische Impulse verwandelte: Am Ende des Tages geht es ums einander Zuhören, aufeinander Zugehen und um Menschlichkeit.
Hintergrund zum DEAB
Der Dachverband Entwicklungspolitik Baden-Württemberg e.V. (DEAB), seine 183 Mitgliedsorganisationen sowie Netzwerke in Baden-Württemberg und der Welt setzen sich seit fünf Jahrzehnten für eine gerechtere und solidarische Welt ein. Durch ihre Aktivitäten in den Bereichen Globales Lernen und Bildung für nachhaltige Entwicklung, globale Partnerschaften, Fairer Handel und solidarische Weltwirtschaft leisten sie einen entscheidenden Beitrag zu einer zukunftsgerechten Gesellschaft. Der Einsatz, die Expertise und das Engagement der Zivilgesellschaft sind zentral für die Umsetzung der Entwicklungspolitischen Leitlinien Baden-Württembergs.
Über die Entwicklungspolitische Landeskonferenz
Alle Ergebnisse der Konferenz sind ab 11. Mai 2026 unter www.sez.de/entwicklungspolitische-landeskonferenz zu finden. Der Rat für Entwicklungszusammenarbeit (REZ), der die baden-württembergische Landesregierung bei der Umsetzung der Entwicklungspolitischen Leitlinien berät, wird die Ergebnisse der Konferenz in Form einer Empfehlung an die Landespolitik und in Verbindung zu den aktuellen Empfehlungen seines neuen Expert:innenpapieres aufarbeiten. Auf der jährlich stattfindenden Entwicklungspolitischen Landeskonferenz im Rahmen des Dialogformats Welt:Bürger gefragt! hat die entwicklungspolitische Basis die Möglichkeit, ihre Ideen und Initiativen einzubringen und so aktiv die Entwicklungspolitik des Landes mitzugestalten. Die Geschäftsstelle des REZ liegt bei der Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit Baden-Württemberg.
Hintergrund zur SEZ
Die Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit Baden-Württemberg (SEZ) stärkt das Bewusstsein der Menschen in Baden-Württemberg für globale Zusammenhänge von lokalem Handeln. Mit Events und Konferenzen sensibilisiert sie für ein global verantwortliches Handeln und zeigt auf, wie jede und jeder etwas für eine gerechtere Welt tun kann. Die Stiftung fördert und vernetzt private, kommunale und regionale Initiativen zur Verbesserung und Vertiefung von Partnerschaften mit Ländern des sogenannten Globalen Südens. Eine besondere Rolle spielen die AMAHORO Landespartnerschaft mit Burundi und die Partnerschaft mit dem Nordirak.
Pressemitteilung als PDF zum Download
Bildmaterial zum Download
- 1_Epol_Landeskonferenz: Gruppenbild Konferenzteilnehmende im Kongress West | Bildnachweis: Markus Karl / SEZ
- 2_Epol_Landeskonferenz: Polit – ReAct – Talk mit Catherine Kern MdL, Bürgermeister Dr. Joy Alemazung, Dr. Albrecht Schütte MdL, Dr. Nils Schmid MdB, Nese Erikli MdL | Bildnachweis: Markus Karl / SEZ
- 3_Epol_Landeskonferenz: Verband das auf der Konferenz erlebte zu einer abschließenden Geschichte der Menschlichkeit: Der Poet Golden Uchechi Ejeh | Bildnachweis: Markus Karl / SEZ
Weiterführende Informationen
- Instagram: @sez_bw, @dachverbanddeab, @fairhandelnmesse
- www.sez.de/entwicklungspolitische-landeskonferenz
- www.sez.de/themen/weltbuerger-gefragt
- www.sez.de/rez
- www.sez.de/rez-expp
- www.sez.de/fair-handeln
- www.deab.de
- www.deab.de/promotor-innen-programme/eine-welt-promotor-innenprogramm
- www.deab.de/promotor-innen-programme/interkulturelles-promotor-innenprogramm
Diese Pressemitteilung online lesen: www.sez.de/presse
Pressekontakt
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Diana Griesinger Geschäftsstelle des Rats für Entwicklungszusammenarbeit Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit Baden-Württemberg (SEZ) Werastraße 24 70182 Stuttgart
Tel.: +49 (0)711 - 210 2983 E-Mail: griesinger@sez.de
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Dr. Dolgor Guntsetseg Geschäftsführerin des Dachverbands Entwicklungspolitik Baden-Württemberg e. V. und Netzwerkkoordinatorin des Eine Welt-Promotor*innen Programms Baden-Württemberg Vogelsangstraße 62 70197 Stuttgart
Tel.: +49 (0)711 - 6648 7360 E-Mail: guntsetseg@deab.de |