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Dekoloniale Perspektive(n) auf Rohstoffgerechtigkeit am Beispiel der Demokratischen Republik Kongo
Mittwoch, 11.11.25, 17.15 – 19.45 Uhr
online
Referent*in: Nzimbu Mpanu-Mpanu-Plato, Ndwenga e.V.
Die Demokratische Republik Kongo (DRK) zählt zu den rohstoffreichsten Ländern der Welt. Dort befinden sich bedeutende Vorkommen an mineralischen Rohstoffen wie Wolfram, Zinn, Tantal und Gold – den sogenannten Konfliktmineralien – sowie Kobalt. Diese Rohstoffe sind essenziell für globale Lieferketten, insbesondere in der Elektronik- und Automobilindustrie. Die Studie „Rohstoffbedarf Baden-Württemberg: Analyse, Risikobewertung und Zukunftskonzepte“ von 2025 hat die Verknüpfung baden-württembergischer Industrie mit kongolesischen Konfliktmineralien deutlich aufgezeigt. Die sicherheitspolitischen, gesundheitlichen, ökologischen und wirtschaftlichen Risiken des illegalen Rohstoffabbaus und -schmuggels werden aber in einem globalen Wirtschaftssystem, das von kolonialen Kontinuitäten und Machtverhältnissen geprägt ist, in Kauf genommen.
In dieser Einheit der Fortbildungsreihe „Dekoloniale (Bildungs-)praxis – eine Suche“ wird die Referentin Nzimbu Cathy Mpanu-Mpanu-Plato über die Rohstoffkonflikte in der DRK und dekoloniale Ansätze für Rohstoffgerechtigkeit sprechen. Sie spricht über die Kampagne „Geno Cost“, die die Worte Genozid und Kosten verbindet und auf die wirtschaftlichen Interessen aufmerksam macht, die den langjährigen Konflikt in der DRK mit antreiben. Die Kampagne wurde von der Congolese Action Youth Platform (CAYP) ins Leben gerufen, um der Millionen Opfer von Krieg und Gewalt zu gedenken und den 2. August als internationalen Gedenktag zu etablieren. Die Situation im Osten der DRK ist bis heute von Gewalt, Vertreibung und schweren Menschenrechtsverletzungen geprägt. Angesichts dieses Leids kann man sich machtlos fühlen. Information, Austausch und Solidarität sind wichtige erste Schritte, um Aufmerksamkeit zu schaffen und langfristige Veränderungen zu unterstützen. Gemeinsam wollen wir uns darüber austauschen, wie wir diesen Herausforderungen in der Bildungsarbeit begegnen können.
Anmeldung: https://eveeno.com/11-november-26
Referentin:
- Nzimbu Cathy Mpanu-Mpanu-Plato ist in Kinshasa (DRK) geboren und als Referentin für Globales Lernen aktiv. Sie engagiert sich als Vorstandsmitglied bei Ndwenga e.V. und im Dachverband für globale Gerechtigkeit Baden-Württemberg (DEAB). Ndwenga e.V. setzt sich für Bildungsprojekte, interkulturellen Austausch und Nachhaltigkeitsprojekte ein, u.a. zu Themen wie „dekoloniale Lebensräume für Frauen“.
Die Fortbildungsreihe für Multiplikator*innen „Dekolonialität in der (Bildungs-)praxis – eine Suche“ gibt dekoloniale Impulse um praxisorientiert die eigene Bildungsarbeit und politisches Engagement für eine gerechtere Welt zu reflektieren. Die Reihe will die fortbestehenden „kolonialen Denkmuster, Konzepte und Diskurse, sowie die auf ihnen aufbauenden […] Machtstrukturen und Praktiken“ (vgl. Ferreira 2023) bewusst machen. In einem Transferprozess in die eigene (Bildungs-)praxis werden Handlungsmöglichkeiten des Engagement für eine global gerechte Welt dekolonial reflektiert, sowie Strategien einer intersektionalen, macht- und rassismuskritischen Bildungsarbeit (weiter-)entwickelt.
Die Impulse der Fortbildungen richten sich an Lehrkräfte, Bildungsreferent*innen und Multiplikator*innen aus Projekten Globalen Lernens/der BNE, ehren- oder hauptamtlich Engagierte aus (post-)migrantischen Organisationen, junge Initiativen und Organisationen in Baden-Württemberg und darüber hinaus.
Weitere Termine:
30.9.26, 17.15-19.45 Uhr, online
Dekoloniale Bildung und dekoloniale Zukunft - Einführung in dekoloniale Bildungsansätze
Referent*innen: Andrés Fonseca, Gründer "Universidad del Futuro"/Kolumbien; Rocío Rueda Ortiz, Programm Bildung trifft Entwicklung/EPiZ Reutlingen
Anmeldelink: https://eveeno.com/173295302
7.10.26, 17.15-19.45 Uhr, online
Widerstand gegen postkolonialen Extraktivismus und Patriarchat aus dem Kollektiv „La Negra Hosca“
Referent*innen: Andrea Mora / FreeBruno Kollektiv, Wasser für Leben, nicht für Profit und Greylis Pinto, Gründerin La Negra Hosca/Kolumbien
Anmeldelink: https://eveeno.com/178320125
14.10.26, 17.15-19.45 Uhr, online
Internationale Partnerschaften aus dekolonialer Perspektive
Referent: Kafalo Sékongo, Fachpromotor Globales Lernen - Dekoloniale Bildung
Anmeldelink: https://eveeno.com/248951242
4.11.26, 17.15-19.45 Uhr, online
Klimareparationen: Zwischen Verantwortung, Gerechtigkeit und Handeln
Referenten: Divij Kapur und Kai Kuhnhenn, Konzeptwerk Neue Ökonomie e.V.
In Kooperation mit: Fachbereich GLOBAL der NaturFreunde Baden-Württemberg e.V.
Anmeldung: https://eveeno.com/275511440
14.11.26, 17 – 21 Uhr, adis e.V., Bismarck*straße 136, 72072 Tübingen
Dekoloniales Theater - Butoh · Stimme · Improvisation · Körperwissen
Referentin: Aïsha Konaté ist queere, mixed-race Performerin, Regisseurin, pleasureaktivistin und Facilitatorin
Anmeldung: https://eveeno.com/193566008
Die Impulse der Fortbildungen richten sich an Lehrkräfte, Bildungsreferent*innen und Multiplikator*innen aus Projekten Globalen Lernens/der BNE, ehren- oder hauptamtlich Engagierte aus (post-)migrantischen Organisationen, junge Initiativen und Organisationen in Baden-Württemberg und darüber hinaus.
Kontakt und Informationen:
globales-lernen@deab.de
www.lernweltenwerkstatt
Diese Fortbildungsreihe der "LernWeltenWerkstatt" ist ein Angebot des DEAB e.V., in Kooperation mit verschiedenen Partner*innen. Sie findet im Rahmen des Projektes "Solidarität.MACHT.Zukunft" statt, gefördert von ENGAGEMENT GLOBAL aus Mitteln des BMZ und dem Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg.