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Konzepte und Impulse aus der Eine Welt-Akademie
Sie haben eine Fortbildung verpasst und/oder freuen sich über neue Impulse für Ihre (Bildungs-)Praxis für eine sozial-ökologische Transformation hin zu einer zukunftsfähigen, global gerechten Welt? Hier finden Sie Inhalte, Reflexionen, Ergebnisse und Literaturempfehlungen von bereits durchgeführten Veranstaltungen im Rahmen der Eine Welt-Akademie.
Dokumentiert: Fortbildungsreihe „Dekolonialität in der (Bildungs-)praxis“
"Decolonial education for me is to free the knowledge and also learning from colonial influence to us, the Sudanese Africans. And how to rebuilt this influence […] by sharing and including all powers of other cultures and people, especially of the marginalized people."
"Dekoloniale Bildung bedeutet für mich, das Wissen und auch das Lernen von dem kolonialen Einfluss auf uns, die sudanesischen Afrikaner*innen, zu befreien. Und wie man diesen Einfluss umgestaltet […], indem man alle Kräfte anderer Kulturen und Völker, insbesondere der marginalisierten Menschen, einbezieht und mit ihnen teilt."
Mai Shatta, Referentin
„Dekolonialität in der (Bildungs-)praxis“ gibt dekoloniale Impulse um praxisorientiert die eigene Bildungsarbeit und politisches Engagement für eine gerechtere Welt zu reflektieren. Die Reihe will die fortbestehenden „kolonialen Denkmuster, Konzepte und Diskurse, sowie die auf ihnen aufbauenden […] Machtstrukturen und Praktiken“ (vgl. Ferreira 2023) bewusst machen. In einem Transferprozess in die eigene (Bildungs-)praxis werden Handlungsmöglichkeiten des Engagement für eine global gerechte Welt dekolonial reflektiert, sowie Strategien einer intersektionalen, macht- und rassismuskritischen Bildungsarbeit (weiter-)entwickelt.
Die Impulse der Fortbildungen richten sich an Lehrkräfte, Bildungsreferent*innen und Multiplikator*innen aus Projekten Globalen Lernens/der BNE, ehren- oder hauptamtlich Engagierte aus (post-)migrantischen Organisationen, junge Initiativen und Organisationen in Baden-Württemberg und darüber hinaus.
Ich darf auch eine Geschichte haben! Die Entkolonisierung der Stimme, der Narrative und des Wissens durch den Körper erleben
Donnerstag, 13.11.25, 18.30 - 21.30 Uhr
Veranstaltungsort: adis e.V., Bismarck*straße 136, 72072 Tübingen
Praxisbeispiel: Partizipative Radio- und Podcast-Arbeit
Referentin: Ivonne Cadavid, auf deutsch
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Die Stimme ist sowohl mit der Unterdrückung der Kolonialgeschichte als auch mit den Widerstandsbewegungen verbunden. Unsere Stimme baut Narrative, Identitäten und unsere Geschichte auf. Gleichzeitig ist die Stimme Teil unseres gesamten Körpers – oder besser gesagt: Unser Körper ist das Instrument unserer Stimme. Dabei geht es nicht nur um die Stimme als Klangkörper, sondern auch um die Kraft, sich einzusetzen, eine Stimme zu haben oder der inneren Stimme zuzuhören und darauf vertrauen zu können – und nicht zuletzt auch darum, Raum zu schaffen, wo andere bzw. diverse Narrative Platz haben dürfen.
Über Krieg sprechen: Herausforderungen von dekolonialer Bildungsarbeit zu eskalierten Konflikten am Beispiel Sudan
Freitag, 14.11.25, 17.15 - 19.45 Uhr, online
Praxisbeispiel: BANA group im Sudan
Referent*innen: Julia Kramer/Mai Shatta/Zahra Ibrahim, englisch mit deutscher Übersetzung
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Die meiste Zeit war der Konflikt im Sudan unbeachtet in den internationalen Medien – bis zuletzt, denn Ende Oktober 2025 nahm die Gruppe RSF die Stadt El Fasher ein und tötete unzählige Menschen. Hunderttausende Menschen brauchen dringend Hilfe.
Vor Ort setzen sich Menschen für den Frieden ein. Als Teil der zivilgesellschaftlichen, gewaltfreien revolutionären Bewegung organisieren Aktivistinnen des sudanesischen feministischen Netzwerks „Bana Group for Peace and Development“ solidarische gegenseitige Hilfe im Sudan. Gemeinsam mit ihnen wollen wir in dieser Multiplikator*innenfortbildung der Frage auf den Grund gehen, wie mit den Herausforderungen von dekolonialer Bildungsarbeit zu eskalierten Konflikten umgegangen werden kann.
In Sudan liefern sich Einheiten der Armee und der paramilitärischen RSF-Miliz (Rapid Support Forces) seit dem 15. April 2023 erbitterte Kämpfe im ganzen Land. Es bekämpfen sich die beiden mächtigsten Militärführer Sudans, Armee- und Staatschef Abdelfattah al-Burhan und RSF-Chef Daglo, genannt Hemetti. Beide werden jeweils intensiv von internationalen Akteuren unterstützt, die ihre eigenen Interessen verfolgen. Der Krieg setzte den Bemühungen zur Demokratisierung des Landes vorläufig ein Ende und führte zur derzeit schwersten Hungersnot sowie größten Fluchtbewegung weltweit. (Quelle: https://taz.de/Schwerpunkt-Krieg-in-Sudan/!t5930698/)
Dekoloniale Perspektive(n) in der politischen (Bildungs-)arbeit
Montag, 24.11.25, 17.15 - 19.45 Uhr, online
Praxisbeispiel: Universidad de la tierra y la memoria Colombia
Referentinnen: Rocío Rueda Ortiz/Aura Isabel Mora, deutsch und spanisch mit deutscher Übersetzung
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In dieser Einheit der Reihe „Dekoloniale (Bildungs-)praxis” werden wir uns mit dem historischen Kontext der dekolonialen Perspektiven, ihrem Bezug zur Bildung und ihren wichtigen Thesen befassen. Der Schwerpunkt liegt auf der Debatte in Lateinamerika, auch Abya Yala genannt. Dazu werden wir das Praxisbeispiel „La Universidad de la Tierra y la Memoria de Colombia” kennenlernen.
Empowerment dekolonial denken
Donnerstag, 11.12.25, 17.15 - 19.45 Uhr, online
Diverse Praxisbeispiele
Referent*in: Tsepo Bollwinkel, auf deutsch
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Empowerment wird häufig als Mittel zur Stärkung von Resilienz verstanden, als Hilfestellung, in einer von Ungerechtigkeiten geprägten Wirklichkeit zu überleben. Eine dekoloniale Perspektive stellt dies in Frage, zumindest wenn es das einzige Ziel von Empowerment sein soll. Der Workshop der Reihe „Dekoloniale (Bildungs)praxis” möchte theoretisch und praktisch erforschen, was Dekolonialität und Empowerment eigentlich bedeuten, was ein dekolonialer Ansatz von Empowermentarbeit beinhalten sollte, und wie eine solche Arbeit praktisch aussehen könnte.
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