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Hintergrundinformationen zu den Themen des Wettbewerbs

Umwelt- und Sozialstandards in Produktion und Handel: Menschenwürdige Arbeitsbedingungen in den weltweiten Lieferketten

Textilien made in Bangladesch, Orangen aus Brasilien, Coltan aus dem Kongo im Handy: Die Globalisierung hat längst Einzug gehalten in unseren Konsumalltag. Die Kehrseite der Produktvielfalt aus aller Welt: Viele Menschen in Süd- und Mittelamerika, Asien, Osteuropa und Afrika, die diese Produkte herstellen, arbeiten für Hungerlöhne, Kinderarbeit ist kein Einzelfall. Sozial- und Umweltstandards in Produktion und Handel werden in vielen Ländern der Welt nicht eingehalten, sie sind jedoch Teil einer gerechten Gestaltung der Globalisierung und nachhaltigen Entwicklung und tragen unter anderem dazu bei, dass es weniger Armut und bessere Arbeitsbedingungen sowie mehr Umwelt- und Klimaschutz weltweit gibt. Die Mitgliedsstaaten der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) haben 1998 in einer Erklärung einstimmig den acht ILO-Kernarbeitsnormen zugestimmt. Diese sind völkerrechtlich bindend und sollen menschenwürdige Arbeit für alle Menschen der Welt sicherstellen. Deutschland hat alle Kernarbeitsnormen ratifiziert und damit anerkannt.

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Fairer Handel – Mehr als ein fairer Preis für die Produzent*innen

Das Hauptanliegen des Fairen Handels ist es, das die Menschen von ihrer Arbeit leben und durch ein gesichertes Einkommen in die Zukunft planen können. Also faire Preise für gute Arbeit – und eine zuverlässige Handelsbeziehung für die Produzent*innen. Der Faire Handel versucht in der ganzen Zulieferkette gerecht und offen mit allen Beteiligten umzugehen. Dazu gehört eine gerechte Entlohnung der Produzentinnen und Produzenten genauso, wie die Transparenz gegenüber dir als Konsumentin oder Konsument. Er ist aber noch viel mehr als nur ein fairer Preis: Durch ihn können die Produzent*innen z.B. auch in Gesundheitsversorgung und Bildungsprojekte investieren und es wird darauf geachtet, die Umwelt zu schützen. Weltweit trägt der Faire Handel für rund 2,5 Millionen Produzent*innen und ihre Familien zu menschenwürdigen Lebens- und Arbeitsbedingungen bei.

Gegenüber Politik und Wirtschaft möchte der Faire Handel zeigen, dass gerechtere Handelsregeln möglich sind, wenn Mensch und Natur im Mittelpunkt stehen. Viele Menschen engagieren sich für den Fairen Handel. Fachgeschäfte für den Fairen Handel sind die Weltläden, hier gibt es ausschließlich fair gehandelte Produkte. Importorganisationen des Fairen Handels sind zum Beispiel GEPA, dwp, El Puente und BanaFair. Im Supermarkt erkennt man fair gehandelte Produkte am Fairtrade-Siegel.

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Nachhaltiger Konsum

„Heute so leben, dass auch übermorgen alle leben können – überall auf der Welt“: Nachhaltig konsumieren heißt, nicht auf Kosten von Umwelt und Menschen anderer Weltregionen zu leben und möglichst wenige Rohstoffe und Energie zu verbrauchen.

Halten Unternehmen Sozial- und Umweltstandards ein und übernehmen Verantwortung in der weltweiten Lieferkette? Was bedeutet Fairer Handel? Konsument*innen können sich informieren und bewusst für Produkte entscheiden, die unter menschenwürdigen Bedingungen hergestellt werden. Zum nachhaltigen Konsum gehört auch, über Alternativen zum Neukauf von Produkten nachzudenken – wie Second-Hand-Produkte, Kleidertausch, Reparieren oder Upcycling. Bürger*innen können sich jedoch nicht nur als verantwortungsvolle Konsument*innen für menschenwürdige Lebens- und Arbeitsbedingungen weltweit einsetzen, sie können auch politisch aktiv werden und sich zum Beispiel an Kampagnen und Unterschriftenaktionen beteiligen.

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Kommunen und Kirchen als Vorbilder mit großem Einfluss

Neben uns Verbraucher*innen spielen die Städte und Gemeinden eine wichtige Rolle im Markt. Sie kaufen mit unseren Steuergeldern jedes Jahr viele verschiedene Produkten ein: Kaffee, Tee, Textilien, Natursteine, Blumen, IT-Geräte, Spielzeug, … In Deutschland wird jeder sechste Euro, d.h. jährlich mehr als 400 Milliarden, durch öffentliche Einrichtungen ausgeben – davon rund 60% durch Städte und Gemeinden.

Auch die Kirchen in Deutschland haben einen großen Anteil am Markt. Sie kaufen jedes Jahr im Wert von rund 60 Milliarden Euro ein, darunter zum Beispiel Nahrungsmittel, Spielzeug oder Bürobedarf.
Inwiefern kaufen Kommunen und Kirchen verantwortlich ein und achten dabei auf die Einhaltung von Sozial- und Umweltstandards? Sie können eine Vorbildrolle einnehmen und von ihren Lieferant*innen menschenwürdige Arbeitsbedingungen bei der Herstellung der Produkte einfordern.

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Die globalen Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen

Die globalen Ziele für nachhaltige Entwicklung (englisch: Sustainable Development Goals, kurz SDGs) der Vereinten Nationen fordern alle Menschen der Welt dazu auf, sich für eine zukunftsfähige Welt einzusetzen. Sie sind eine ehrgeizige Welt-Agenda, die bis 2030 umgesetzt werden soll und für jeden Menschen überall auf der Welt gilt. Bis 2030 sollen unter anderem Armut und Hunger besiegt werden, alle Kinder sollen zur Schule gehen können, Erde und Umwelt sollen geschützt werden, Ungleichheiten sollen bekämpft werden und friedliche, gerechte und inklusive Gesellschaften entstehen. Verantwortungsvolle/r Konsum und Produktion und menschenwürdige  Arbeitsplätze sind auch Teil dieser Ziele. Wer sich für gute Arbeitsbedingungen in weltweiten Lieferketten einsetzen kann, zeigt das Schaubild unten. Wir selbst können uns ganz persönlich als Konsument*innen für nachhaltige Produkte entscheiden, wir können aber auch an vielen anderen Stellen Einfluss nehmen, zum Beispiel in unserer Stadt, Kirchengemeinde oder Schule.

Quellen/Links

Sozial- und Umweltstandards in weltweiten Lieferketten – Wer kann Einfluss nehmen?