Pressemitteilung DEAB - Baden-Württemberg: Auf dem Weg zum „FAIR Länd“?

Herbstkonferenz des DEAB mit Staatssekretär Rudi Hoogvliet

Stuttgart. 10 Jahre Entwicklungspolitische Leitlinien: Konsequent umgesetzt, könnten sie Baden-Württemberg nachhaltig verändern und die Welt ein wenig gerechter machen.

Dachverband Entwicklungspolitik Baden-Württemberg e.V. (DEAB)

Baden-Württemberg: Auf dem Weg zum „FAIR Länd“?

Herbstkonferenz des DEAB mit Staatssekretär Rudi Hoogvliet

Stuttgart. 10 Jahre Entwicklungspolitische Leitlinien: Konsequent umgesetzt, könnten sie Baden-Württemberg nachhaltig verändern und die Welt ein wenig gerechter machen. Die Herbstkonferenz des Dachverband Entwicklungspolitik Baden-Württemberg (DEAB) am 14. November 2022 in Stuttgart machte deutlich: Die Zivilgesellschaft ist aktiv, ideenreich und voller Elan auf dem Weg zu einer globalen Gerechtigkeit. Die Politik mahnten die Teilnehmenden an, die Entwicklungspolitischen Leitlinien endlich vollständig umzusetzen – damit aus „THE Länd“ ein „FAIR Länd“ wird.

„Es hat sich viel bewegt in den vergangenen Jahren“, resümiert Claudia Duppel, DEAB-Geschäftsführerin. „Wir haben u.a. eine Verwaltungsvorschrift für eine nachhaltige öffentliche Beschaffung und einen Bildungsplan, in dem Bildung für nachhaltige Entwicklung eine der fünf Leitperspektiven darstellt. Die Landesregierung legt Geld nachhaltiger an. Aber: Das genügt nicht angesichts der weltweiten Krisen – allen voran der Klimawandel – die insbesondere in Ländern des Globalen Südens verheerende Schäden anrichten und viele Menschenleben kosten!“ Die Entwicklungspoltischen Leitlinien könnten das Land nachhaltig verändern. Sie fordert die Politik auf, die Leitlinien vollumfänglich umsetzen.

Hoch ist das Engagement der Zivilgesellschaft. Die Konferenz zeichnete ein beeindruckendes Bild: In Baden-Württemberg gibt es die höchste Dichte an Weltläden deutschlandweit. Hunderte Menschen setzten sich für ein Lieferkettengesetz ein. Die Beziehung zum baden-württembergischen Partnerland Burundi wird, unter der Koordination der SEZ, vor allem durch das Engagement privater Initiativen gestaltet und auch das Globale Lernen findet überwiegend durch die Initiative von Vereinen und Organisationen statt.

Staatssekretär Rudi Hoogvliet würdigt dieses Engagement: „Seit seiner Gründung vor zehn Jahren haben der DEAB und die engagierten Menschen innerhalb des Verbandes die Entwicklungspolitik Baden-Württembergs mitgestaltet, neu ausgerichtet und modernisiert. Dabei ist ein starkes entwicklungspolitisches Bündnis aus rund 1.500 kleineren und mittleren Akteuren entstanden. Auch deshalb ist das baden-württembergische Engagement heute deutschlandweit ganz vorne und weltweit geschätzt. Die Landesregierung wird weiterhin alles dafür tun, dieses Bündnis und dieses Engagement dauerhaft und verlässlich zu fördern – ganz besonders zugunsten der Aktivitäten der jungen und migrantischen Akteure und für unsere Partnerschaft mit Burundi.“

Gabriele Radeke, stellvertretende DEAB-Geschäftsführerin, greift das Stichwort „junges Engagement“ auf: „In den Entwicklungspolitischen Leitlinien des Landes fehlte der Blick auf junge Menschen, die sich für globale Gerechtigkeit und Solidarität einsetzen. Daraufhin hat sich vor fünf Jahren das Netzwerk Junges Engagement in der Einen Welt gebildet, das vom Landesjugendring koordiniert wird und mit einem Sitz im Rat für Entwicklungszusammenarbeit, REZ, die Landesregierung berät. Die Lobbyarbeit des Netzwerks hat Früchte getragen und seit Juli freuen wir uns über die neue Stelle der Eine Welt-Fachpromotorin für junges Engagement und Klimagerechtigkeit, die Initiativen von und für junge Menschen vernetzt, berät und unterstützt!“

Die Konferenz lenkte den Blick auf die Landwirtschaft. Denn angesichts der weltweiten Krisen gewinnen die Themen Welternährung und Agrarwirtschaft zunehmend an Bedeutung. In den Leitlinien wird dies jedoch nicht berücksichtigt. Zwar habe das Land den „Strategiedialog Landwirtschaft“ begonnen, doch müsse gewährleistet sein, dass hier in globaler Verantwortung gedacht und gearbeitet wird, so die Teilnehmenden. Duppel machte deutlich, dass die Zivilgesellschaft u.a. mit einer wachsenden Zahl an Ernährungsräten aktiv ist, um die Ernährungswende voranzutreiben. Darüber hinaus organisiere der DEAB auf der Bundesgartenschau in Mannheim 2023 das Bildungsprojekt „Weltacker“, das die Welternährung zum Thema hat.

Ansprechpartner*innen für die Presse:

Das ist der DEAB: 175 entwicklungspolitische Organisationen und Netzwerke in Baden-Württemberg, insgesamt über 400 Gruppen und Organisationen, bilden den Dachverband Entwicklungspolitik Baden-Württemberg e.V. (DEAB). Zentrale Aufgaben des 1975 gegründeten Dachverbands sind die Förderung seiner Mitglieder durch Information, Beratung, Vernetzung, Fortbildung und die politische Vertretung ihrer Anliegen gegenüber Politik und Öffentlichkeit. Darüber hinaus ist die DEAB-Geschäftsstelle in Stuttgart eine Servicestelle für Fragen rund um Globale Verantwortung und Nachhaltigkeit. Die Landespolitik, Globales Lernen, Fairer Handel und Interkulturelle Öffnung stehen zurzeit im Mittelpunkt der Arbeit. Der DEAB ist Herausgeber des Journals Südzeit. Der DEAB ist außerdem Träger des Eine Welt-Promotor*innen-Programms sowie des Interkulturellen Promotor*innen-Programms. Information: www.deab.de